Langfristige Vision 2044

Investitionen für eine langfristig gute Schule in Fehraltorf

Für eine gute Schule sind angemessene Räumlichkeiten eine wichtige Voraussetzung. Damit die Schule Fehraltorf diesen Ansprüchen auch in Zukunft genügt, hat die Schulpflege die Vision 2044 entwickelt.

Die Vision 2044 der Schulpflege Fehraltorf ist ein Instrument, das sich durch eine hohe Differenziertheit auszeichnet. Sie zeigt zunächst die Herausforderungen auf, die es zu bewältigen gilt, dann mögliche Schritte zu deren erfolgreicher Bewältigung und schliesslich wie sich die Schule in 30 Jahren präsentieren könnte.
 

Herausforderung Nr. 1 die Schülerzahlen und die pädagogischen Bedürfnisse

Fehraltorf ist für Familien mit Kindern eine sehr beliebte Gemeinde. Deshalb wächst die Zahl unserer Einwohnerinnen und Einwohner stetig. Im Jahr 2000 zählte Fehraltorf noch 4'631 Einwohnerinnen und Einwohner, heute sind es bereits über 6'300. Damit verbunden ist ein markanter Anstieg unserer Schülerzahlen. Bis im Jahr 2006 gingen diese bis auf 592 Schülerinnen und Schüler zurück, seither sind sie kräftig am Wachsen. 757 Schülerinnen und Schüler besuchten 2015 unsere Schule vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe, das sind 27,9% mehr als 2006. Alle Parameter deuten darauf hin, dass sich dieses Wachstum langfristig fortsetzen wird. Aber langfristige Prognosen sind nur selten treffsicher. Deshalb hat die Schulpflege drei mögliche Szenarien entwickelt: eines bei einem geringen Wachstum der Schülerzahlen, eines bei einem mittleren Wachstum und eines bei einem starken Wachstum.

Zunahme Raumbedarf

Die drei Szenarien zeigen, dass bis 2029 Raum für mindestens vier Klassen geschaffen werden muss. Wahrscheinlicher ist aber ein Wachstum, das bis zu 10 neue Klassen zur Folge haben wird. Besonders stark wird der Anstieg der Schülerzahlen auf der Mittel- und Sekundarstufe sein. Kindergarten und Unterstufe sind bereits heute stärker und wachsen daher weniger. Auch die Bildungspolitik hat Auswirkungen auf den Raumbedarf der Schule. Blockzeitenunterricht, integrative Fördermassnahmen, Gruppenunterricht usw. benötigen mehr Platz. Wie viel Raum die Schulen für einen zeitgemässen Unterricht zu Verfügung stellen sollten, hat der Kanton in den «Empfehlungen für Schulhausanlagen» aus dem Jahr 2012 festgehalten (die Empfehlungen können auf der Website des VSA Rubrik Finanzen & Infrastruktur / Bauten Regelschulen eingesehen werden). Diese betreffen sowohl die Anforderungen an den bestehenden Schulraum wie auch an Neubauten. Die Schule Fehraltorf hat auch in dieser Beziehung Handlungsbedarf. So verfügt das Sekundarschulhaus beispielsweise noch nicht über die notwendigen Gruppenräume.

 

Herausforderung Nr. 2 Sanierungen oder Erneuerung von Gebäuden

Verschiedene Gebäude auf dem Schul-areal Heiget weisen bereits ein stattliches Alter und kurz-, mittel- oder langfristig einen markanten Sanierungs- und Erneuerungsbedarf auf.

Kurzfristig im Fokus steht die Mehrzweckhalle Heiget samt dem Schwimmbad. Hier sind Unterhaltsinvestitionen dringend notwendig. Die Sanierung der Schwimmbadtechnik muss dringend an die Hand genommen werden. Der Weiterbetrieb ist nur auf Zusehen hin möglich.

Mittelfristig ins Blickfeld rücken das Vario sowie die Sekundarschule. Beide Gebäude sind derzeit zwar noch betriebstauglich. Mittelfristig fällt aber beim Dach und bei der Gebäudetechnik wesentlicher Investitionsbedarf an. Der Handlungsbedarf wird konkret 2019 nochmals genau analysiert.

 

Herausforderung Nr. 3 organisatorischer und betrieblicher Handlungsbedarf

Eine Schule kann dann gut und effizient geführt werden, wenn die verschiedenen Aufgaben und Bedürfnisse räumlich so angeordnet sind, dass sie sich gut ergänzen und «in die Hand spielen». Im Heiget ist manches «organisch» gewachsen und deshalb nicht optimal angeordnet. Anderes genügt den heutigen pädagogischen Anforderungen nur noch knapp.

Auch hier steht kurzfristig die Mehrzweckhalle im Fokus. Sie weist verschiedene betriebliche Defizite auf (Anlieferung, Bad, Garderobenkapazität, Zuschauerkapazität Halle). Eine betriebliche Optimierung würde den gemischten Betrieb (Schule und Öffentlichkeit) deutlich vereinfachen.

Langfristig unbefriedigend ist auch die Situation der Sekundarschule. Sie verfügt über kleine Klassenzimmer ohne Gruppenräume. Im Vario erschwert eine eher zufällige Raumabfolge den Schul- und Verwaltungsbetrieb. Beim Schulhaus Mitte wären Singsaal und Verwaltungsräume zu optimieren und die Musikschule benötigt zusätzlichen Raum.

 

Fazit

eine flexible Strategie für genügend Schulraum
Einige der erwähnten Herausforderungen verlangen nach kurzfristigen Antworten. Andere haben einen mittel- oder langfristigen Horizont. Verschiedenes kann heute auch nur unpräzise vorausgesagt weden. Die Analyse 2019 wird hier Antworten liefern. Alle Investitionen müssen aber gleichwohl gut aufeinander abgestimmt sein und zu einem langfristig optimalen Ergebnis führen.

Deshalb haben die Schulpflege und der Gemeinderat eine Strategie entwickelt, die genau diesen Anspruch einlöst: Wegen unterschiedlicher Raumdefizite, erschwerten Schulbetriebs durch gewachsene, aber inneffiziente Raumabfolgen, sanierungsbedingter Umquartierungen oder Provisorien für Ersatzneubauten sind flexible Schulräume für Zwischenzustände über 10–30 Jahre notwendig. Das Ziel besteht darin, sowohl kurzfristig benötigten Raum bereitzustellen wie auch langfristig auf die Schülerzahlen reagieren zu können. Es soll im Fall eines Szenarios TIEF – also wenn weniger Raum als heute vermutet benötigt wird – nicht zu viel Raum und im Fall Szenario HOCH nicht der «falsche» Raum am «falschen» Ort bereitstehen.

 

Antwort 1
Ein Schulhausmodulbau schafft die nötige Flexibilität

Bereits verschiedentlich haben wir über das Projekt «Schulhausmodulbau» informiert, über das die Bevölkerung am 5. Juni 2016 an der Urnenabstimmung entscheiden wird. Der Schulhausmodulbau ist die perfekte Lösung für die komplexen Erfordernisse der Schule. Er schafft kurzfristig genügend und guten Schulraum. Modulbauten sind heute hochwertige Systembauten. Sie entsprechen den aktuellen Energie- und Schallvorschriften. Sie bieten den Schülern und den Lehrpersonen gute und angenehme Lern- und Lehrmöglichkeiten. Aber der Vorteil besteht darin, dass sie demontier- und weiterverwertbar sind. Das bietet die nötige Flexibilität für das weitere Vorgehen: Braucht es künftig weniger Schulraum? Oder drängt sich aufgrund der Analysen anstelle einer Sanierung ein Ersatzneubau mit grösserem Volumen auf? Dann kann der Modulbau unter Umständen verkauft oder für einen anderen Zweck weiterverwendet werden. Doch auch wenn er langfristig genutzt werden soll, erfüllt er seinen Zweck.

 

Antwort 2
Die Mehrzweckhalle muss neu gebaut werden

Die Mehrzweckhalle und das Schwimmbecken müssen dringend baulich saniert und betrieblich optimiert werden. Beides lässt sich optimal nur durch einen Neubau erreichen. Zu diesem Schluss sind nicht nur die Gemeindebehörden gekommen, sondern auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Workshops im April 2015. Das Projekt befindet sich derzeit in der Vorprojektphase. Koordiniert zur Planung des Bauvorhabens Mehrzweckhalle mit Schwimmbad wird ein Nutzungskonzept für die Mehrzwecknutzungen und Aussenanlagen erarbeitet. Dieses wird nebst den Nutzungsmöglichkeiten der Mehrzweckhalle und der Aussenanlagen auch Aussagen zur Qualität der Gesamtanlage enthalten. Der Neubau der Mehrzweckhalle Heiget wird nur möglich sein, wenn die Bevölkerung einer Erhöhung des Steuerfusses zustimmt.

 

Antwort 3
Überprüfung der Situation im Jahr 2019

2019 wird die gesamte Situation nochmals überprüft. Sollen das Sekundarschulhaus und das Vario «nur» saniert werden oder drängen sich auch hier Ersatzneubauten auf? Entwickeln sich die Schülerzahlen so stark, dass weitere Massnahmen nötig sind – oder so moderat, dass es weniger Investitionen braucht? Die Antworten werden zu optimalen Lösungen führen. Dank des flexiblen Schulhausmodulbaus bleibt der Handlungsspielraum sehr weit offen.

 

Die Vision 2044

Wie also könnte sich die Schulanlage Heiget 2044 päsentieren? Etwa so: Der Schulhausmodulbau wurde nach über 20 Betriebsjahren durch definitive Schulräume ersetzt. Das Vario und das Sekundarschulhaus wurden nicht mehr saniert. An ihre Stelle traten perfekt passende Neubauten, da sie im Rahmen der Etappierung laufend den aktuellen Klassenkapazitäten und Raumbedürfnissen angepasst werden konnten. Die Primarschule ist nun ideal im Westen untergebracht. Einzelne Fachzimmer sind noch im Schulhaus Mitte beheimatet. Eine neue Mehrzweckhalle und ein Schwimmbecken dienen der Schule und der Bevölkerung in einer optimalen Art und Weise. Die Sekundarschule verfügt nun über einen massgeschneiderten Neubau mit idealen Klassenzimmergrössen, ausreichend Gruppenräumen und Fachzimmern. Im Neubau konnte auch der schwierig nutzbare Singsaal aus dem Schulhaus Mitte ersetzt werden. Das zentrale Schulhaus Mitte beherbergt nun die Schulverwaltung sowie Therapieangebote, und auch die Musikschule verfügt über geeignete Unterrichtsräume.

Nur eine Vision? Vielleicht. Aber am 5. Juni können wir uns auf den Weg machen, um sie Schritt für Schritt zu erreichen – durch die hohe Flexibilität massgeschneidert für die tatsächlichen Bedürfnisse im Jahr 2044!

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